Eulenstollen
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Erdbeben in Venezuela bis nach Bochum messbar

Ein schweres Erdbeben der Magnitude 7,4 hat sich am 25. Juni 2026 um 00:05 Uhr (MESZ) in Venezuela ereignet.

Obwohl das Epizentrum rund 8.120 Kilometer von Bochum entfernt lag, wurden die Erdbebenwellen bereits rund zwölf Minuten später an der seismologischen Station BUG der Ruhr-Universität Bochum registriert.

„Erdbeben ab einer Magnitude von etwa 6 können mit modernen Seismometern weltweit aufgezeichnet werden“, erklärt Dr. Kasper D. Fischer. Die Erdbebenwellen breiten sich durch den Erdmantel aus und erreichen innerhalb weniger Minuten Messstationen auf der ganzen Welt.

Messung im Eulenstollen

Die Station BUG befindet sich im Eulenstollen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Klosterbusch im Bochumer Lottental. Rund 50 Meter hinter dem Stolleneingang erfassen hochpräzise Seismometer selbst kleinste Bodenbewegungen.

Auf dem aufgezeichneten Seismogramm ist eine maximale Bodenschwinggeschwindigkeit von etwa 300 Mikrometern pro Sekunde (0,3 Millimeter pro Sekunde) zu erkennen. Diese Bewegungen sind für Menschen nicht spürbar, können jedoch von den empfindlichen Messinstrumenten präzise registriert werden.

Die Station BUG gehört der Ruhr-Universität Bochum und ist seit 1991 Teil des Deutschen Regionalen Seismologischen Netzes (GRSN), das von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) koordiniert wird.

Ein wichtiger Beitrag zur Erdbebenforschung

Die Bochumer Messstation registriert täglich mehrere starke Erdbeben aus aller Welt. Neben der weltweiten Erdbebenüberwachung wird sie gemeinsam mit weiteren Stationen im Ruhrgebiet auch zur Überwachung des (Nach-)Bergbaus eingesetzt.

Die gewonnenen Messdaten liefern wichtige Erkenntnisse über die Erdbebengefährdung, die Prozesse im Erdinneren und den Aufbau unseres Planeten. Mithilfe der sogenannten seismischen Tomographie können Forschende sogar dreidimensionale Bilder des Erdinneren erstellen, beispielsweise unter den Alpen oder dem Balkan.

Warum kommt es in Venezuela häufig zu Erdbeben?

Venezuela liegt an der Grenze zwischen der Südamerikanischen und der Karibischen Platte. Die Bewegung dieser tektonischen Platten führt regelmäßig zu Spannungen in der Erdkruste, die sich in Form von Erdbeben entladen.

Nach Medienberichten richtete das Erdbeben erhebliche Schäden an. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, zudem kam es zu mehreren starken Nachbeben, eines davon erreichte sogar eine Magnitude von 7,2.

Messung