Campus Exponate
Erze
1. Kupfererz
Ort: Bor, Ostserbien
Das hier vorliegende sulfidreiche Gestein gehört zu den sogenannten „Porphyry Copper Ores“.
Dies sind durch feinverteilte Sulfide gekennzeichnete und an
Magmatite gebundene Imprägnationslagerstätten.
Mineralbestand: als Erzminerale treten im wesentlichen Chalkopyrit (CuFeS2), Covellin (CuS) und Enargit (Cu3AsS4) auf. Chalkopyrit (deutscher Name: Kupferkies) ist das am weitesten verbreitete Cu-Erzmineral. Es weist eine tetragonale Symmetrie auf und zeigt keine Spaltbarkeit, was zu einem muscheligen Bruch führt. Die Farbe ist grünlich gelb bei einem metallischen Glanz (Abb. 1), oft ist Chalkopyrit durch bunte „Anlauffarben“ charakterisiert.
Die Kristallstruktur ähnelt derjenigen von Zinkblende (ZnS) und wird durch eine Verdoppelung der Einheitszelle sowie einen Ersatz von Zn durch Cu und Fe erreicht (Abb. 2).
Einkristalle von Chalkopyrit bilden oft tetraederähnliche Bisphenoide (Abb. 3). Zwillingsbildungen sind häufig und gleichen denjenigen nach dem Spinellgesetz im kubischen Kristallsystem (Abb. 3). Enargit ist grauschwarz gefärbt bei einem halbmetallischen Glanz. Kristalle sind häufig prismatisch ausgebildet und weisen eine Vertikalstreifung auf; gerne bildet Enargit radialstrahlige Aggregate, z.T. auch Drillinge. Covellin ist ein sehr weiches Mineral (1,5 – 2), blauschwarz gefärbt und hat einen halbmetallischen Glanz. Kristalle sind selten, gewöhnlich bildet Covellin derbe Massen. Weitere, für Porphyry Copper Lagerstätten typische Minerale sind Pyrit (FeS2) und Molybdänglanz (MoS2).
Der Lagerstättentyp bildet sich in unmittelbarer Umgebung von magmatischen Intrusionen (Plutonite, Vulkanite, Subvulkanite) durch hochtemperierte, hydrothermale (katathermal) und pneumatolytische Imprägnierung des Nebengesteins aber auch des Magmatits selbst (Abb. 4). Nähere Untersuchungen belegen, daß der Metallgehalt der gebildeten Erzminerale aus dem Magma selbst stammt und nicht aus den Nebengesteinen. Die beteiligten, sehr heißen Fluide enthalten einen hohen Anteil an Chlor-Ionen, welche für den Metalltransport von Bedeutung sind. Typischerweise treten die Erze feinverteilt in den Gesteinen auf und füllen feindimensionierte Kluftsysteme oder Porenräume der Gesteine; sie sind in der Regel nicht als Massiv-Erze ausgebildet.
Plattentektonisch betrachtet ist der Lagerstättentyp kennzeichnend für konvergente Plattenränder im Bereich über subduzierter ozeanischer Lithosphäre. In der Lagerstätte Bor (Serbien) kam es zu einer Abfolge mehrerer aufeinander-folgender Vererzungsphasen in einem begleitenden Andesit. Weitere wichtige Vorkommen dieses wirtschaftlich bedeutendsten Cu-Erz-Lagerstättentyps sind Bingham (Utah), Butte (Montana) sowie Chuquicamata (Chile).
Der Name „Porphyry Copper“ leitet sich vom porphyrischen Gefüge der häufig involvierten Andesite bis Dacite ab, bezieht sich also nicht auf eine mögliche porphyrische Struktur der Cu-Erze selbst.
Magmatisch
2. Schriftgranit
Ort: Frikstad bei Iveland, Evje-Distrikt, Norwegen
Eine besondere und speziell für Pegmatite charakteristische Form der orientierten Verwachsung von Quarz und Feldspat wird als Schriftgranit (auch graphischer Pegmatit oder Runit) bezeichnet.
Mineralbestand: Mikroklin und Quarz
Der Wirtskristall Feldspat besteht in der Regel aus Mikroklin, der Tief-Temperatur Modifikation von Kalifeldspat.
Seltener treten auch andere Feldspäte als Wirtskristall auf. Die orientiert eingewachsenen Quarze können eine Größe von weniger als 1 mm (Abb. 1) bis hin in den cm-Bereich aufweisen.
Besonders auf den Spaltflächen des Feldspats erinnern die Schnittfiguren von Quarz an hebräische Schrift-zeichen (Abb. 2; siehe auch Abb. 3), worauf der Name Bezug nimmt.
Häufig liegt das Verhältnis von Feldspat zu Quarz nahe 3:1. Die schriftgranitische Verwachsung beider Minerale wird oft als Ergebnis gleichzeitigen Wachstums interpretiert, manche Autoren gehen auch von einer Verdrängung von Feldspat durch Quarz aus. Mikroklin ist häufig durch Hämatit rosa bis rötlich gefärbt. In Abb. 4 ist eine polarisations-mikroskopische Aufnahme einer schriftgranitischen Verwachsung dargestellt.
Die Schriftgranite von Iveland sind Bestandteil großer Pegmatitvorkommen, die bereits seit ca. 1880 abgebaut werden. Zunächst wurde nur Quarz abgebaut; ab etwa 1896 erfolgte der Abbau von Kalifeldspat, der in der Porzellan-Industrie Verwendung fand. Der Rohstoff wurde per Zug nach Kristiansand transportiert und von dort aus u.a. auch nach Deutschland und England exportiert.
Geologisch betrachtet besteht der Evje-Distrikt aus präkambrischen Amphiboliten, in welche jüngere granitische Schmelzen intrudiert sind. Aus diesen Schmelzen bildeten sich während der Abkühlung Granite und auch Pegmatite. Typischerweise kommt der Schriftgranit am Kontakt zu den umgebenden Amphiboliten vor.
Vom sogenannten Frikstad 9 (”Steli”) Pegmatit wurde bereits in den 30er Jahren des vergangen Jahrhunderts ein 200 Tonnen schwerer Mikroklin-Einkristall beschrieben. Andere ungewöhnliche Korngrößen erreichen Berylle: es kamen bis zu 3 Tonnen schwere Kristalle (ca. 3 x 1 m) vor. Das weltweit zuerst beschriebene Scandium-Mineral stammt ebenfalls aus dem Evje-Distrikt: 1911 wurde dieses von dem norwegischen Geologen J. Schetelig
beschrieben und nach dem Finder O. Thortveit “Thortveitit” benannt (Sc2[Si2O7]). Es kamen bis zu 200 Gramm schwere Einzelkristalle vor. Es wurden außerdem Vorkommen von Allanit-Kristallen (Epidot-Gruppen Mineral mit Seltenen Erden) beschrieben, die ein Gewicht von 100 Kilogramm erreichten.
Magmatisch
3. Pegmatit
Ort: Viitaniemi, Eräjärvi-Distrikt, Finnland
Grob- bis riesenkörnige Magmatite, in der Regel mit granitischer Zusammensetzung (Feldspäte, Quarz und Glimmer als Hauptminerale), werden als Pegmatite bezeichnet.
Pegmatite können Einzelkristalle enthalten, die mehrere Tonnen wiegen (siehe Abb.1); mehr als 1 m große Quarzkristalle sind keine Seltenheit. In Colorado (USA) wurde ein 25.000 m3 großer Einkristall von Mikroklin gefunden. Neben denjenigen Pegmatiten, die granitische Zusammensetzungen aufweisen, kommt als zweite wichtige Gruppe ein nephelinsyenitischer Typ vor.
Mineralbestand in granitischen Pegmatiten: Quarz und Kalifeldspat (meist Mikroklin; oft in graphischer Verwachsung mit Quarz als Schriftgranit, siehe Poster 2), häufig auch Plagioklas, Muskovit und Biotit (Abb. 2). Lagerstättenkundlich interessant sind insbesondere Lepidolith, Spodumen (mehr als 10 m große Einkristalle in Li-Pegmatiten), Pollucit, Topas (Abb. 3), Turmalin und Beryll. In manchen Pegmatiten sind ebenfalls abbauwürdig: Korund, Zinnstein, Pyrochlor, Columbit, Apatit, Li-, Fe- und Mn-Phosphate.
Mineralbestand in nephelin-syenitischen Pegmatiten: hier können recht unter-schiedliche Mineralpara-genesen auftreten, z.B. solche mit Albit, Mikroklin, Nephelin (Abb. 4), Ägirin, Arfvedsonit, Hackmanit (S-haltiger Sodalith), Analcim, Natrolith, Cancrinit und Eudyalit. Außerdem können verschiedene Zr- und Be-Silikate vorkommen.
Die Pegmatite werden als Kristallisate wasserreicher silikatischer Restschmelzen interpretiert; solche Schmelzen existieren herab bis zu ca. 500°C. Während sich bei der Hauptkristallisation vorwiegend wasserfreie Minerale ausscheiden, reichern sich in der Restschmelze H2O aber auch leichtflüchtige Elemente wie Fluor, Chlor und Bor an. Weitere Elemente wie Li, Be, Sn, Nb, Ta, Zr, Ce usw. lassen Pegmatite zu wertvollen Rohstoffträgern werden.
Bei dem Vorkommen Viitaniemi handelt es sich um einen Li-Pegmatit; neben einer Vielzahl z.T. auch sehr seltener Minerale kommen häufiger vor: Fluorit, Topas, Columbit, Eosphorit und Mangan-Apatite. 1981 wurde erstmals das Phosphat Viitaniemiit (Na(Ca,Mn2+)Al[F2 OH PO4]) beschrieben, welches nach der finnischen Lokalität Viitaniemi benannt ist.
Erze
4. Kokardenerz
Ort: Grube Pfannenberger Einigkeit, Siegerland
Zur Ausbildung von Kokardenerzen kommt es, wenn durch hydrothermale Lösungen Gesteins- oder Mineralbruchstücke
von Erzmineralen “kokardenförmig” umkrustet werden.
Mineralbestand: Siderit (hellbraun) und Quarz (weiß). Innerhalb eines hydro-thermalen Quarzganges wurden hier dunkle Schieferfragmente von Siderit umhüllt.
Siderit wurde von Haidinger (1845) erstmals beschrieben; der Name nimmt Bezug auf seinen Eisen-gehalt (griechisch sideros = Eisen). Er bildet gelb-braune rhomboedrische Kristalle, die häufig sattelförmig gekrümmt sind (Abb. 1), zum Teil kommen auch flachtafelige, blättrige Kristalle vor (Abb. 2).
Siderit ist mit der Härte von ca. 4 etwas härter als Calcit; seine Dichte beträgt etwa 3,8 g/cm3. Der FeO-Gehalt liegt bei ca. 62 Gew.%. Oft enthält Siderit isomorphe Beimengungen von Mangan, Magnesium und auch Calcium (Solvusbeziehung zwischen Siderit und Calcit siehe Poster 5). Typisch ist sein Vorkommen im hydrothermalen Bereich der Siegerländer Spateisensteingänge. Unter Einfluß der oxidierenden Atmosphäre wird Fe2+ des Siderits aufoxidiert - es entstehen Eisenoxide/hydroxide. Siderit kommt außerdem in sedimentärem Milieu in Form von Konkretionen, Linsen und flözartigen Lagen vor. Generelle Informationen zu den Spateisenstein-Vorkommen des Siegerlandes sind ebenfalls auf Poster 5 dargestellt.
Siderit oder auch Eisenspat ist der Calcit-Reihe zugehörig (Abb. 3).
Strukturell lassen sich diese trigonalen Minerale (ditrigonal-skalenoedrisch) von der kubischen Steinsalz-Struktur (Halit, NaCl) ableiten (Abb. 4). Dabei entspricht das Calcium des Calcits dem Natrium von Halit während die CO3-Gruppe mit Chlor korrespondiert. Die kritische Grenze für diejenigen Kationen, welche der Calcit-Reihe zugehörig und oktaedrisch koordiniert sind, liegt bei ca. 1Å. Größere Kationen (Sr, Pb, Ba; siehe Abb. 3) passen nicht in die oktaedrische Koordination. Sie bilden Karbonate mit einer völlig anderen Struktur, in der sie 9-fach koordinierte Plätze einnehmen (Aragonit-Reihe).
Erze
5. Spateisenerz
Ort: Grube Pfannenberger Einigkeit, Siegerland
Typisch für eine Vielzahl von Gangmineralisationen des Siegerlandes ist das Spateisenerz, welches aus dem Mineral Siderit (FeCO3) besteht.
Mineralbestand: Grobspätiger Siderit (hellbraun) neben Quarz (weiß) und Chlorit (grün). Generelle Information zu Struktur und Eigenschaften von Siderit siehe auch Poster 4.
Grundsätzlich sind die Gangsysteme des Siegerlandes als Schrägabschiebungen mit meist geringem Versetzungsbetrag angelegt. Man geht davon aus, daß die Sideritvererzung (Abb. 1) im Unterkarbon erfolgte; dies ergeben vergleichende Untersuchungen von späteren Intrusionen, welche die Sideritgänge diskordant durchsetzt haben. Bezüglich der Mineralisation der Gänge unterscheidet man zwischen Vorphase (Quarz, Kobalt-, Arsen-Vererzungen), Hauptphase (Siderit-Vererzung), Sulfidphase und Nachphasen (Hämatit, Quarz-Chalkopyrit, Quarz-Ankerit, Blei- und Antimon-Vererzungen).
In den frühen Zeiten des Bergbaues spielten die in den oberen Teufen angereicherten Sekundärerze der Oxidations- und Zementationszonen eine wichtige Rolle.
Zwischen Siderit und Calcit besteht eine Solvusbeziehung, die in Abbildung 2 dargestellt ist. Mit steigender Temperatur ist Calcit in der Lage größere Mengen an Siderit-Komponente in seine Struktur einzubauen, während Siderit, allerdings in geringerem Umfange, auch Calcit-Komponente einbaut. Kommt Calcit zusammen mit Siderit vor, so kann diese Paragenese als Geothermometer verwendet werden. So enthält bei einer Temperatur von 700°C Calcit ca. 30 mol.% Siderit-Komponente, der zugehörige Siderit etwa 9 mol.% Calcit-Komponente (Abb. 2). Die Phasenbeziehungen von Siderit im System CaCO3 - MgCO3 - FeCO3 sind auf Poster 6 veranschaulicht.
Der Spateisenstein (oder Eisenspat) verkörperte ein wichtiges Erz der Siegerländer Gruben; der Bergbau reichte hier über einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren zurück. Eine besondere Stellung nahm die Grube Pfannenberger Einigkeit bei Salchendorf (Abb. 3) während der beginnenden Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts ein. Sie wurde im Jahre 1800 erstmals urkundlich erwähnt und erreichte 1870 mit dem „Alter Schacht“ bereits eine Teufe von 450 m. Mit einer Teufe von über 1.300 m war die Grube Pfannenberger Einigkeit schließlich eine der tiefsten Eisenerzgruben Europas. In den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg waren sowohl Bergbau als auch Hüttenwesen zunehmend nicht mehr konkurrenzfähig, so daß 1962 die Schließung der Grube erfolgte, die zeitweise über 1.200 Arbeiter beschäftigte.
Erze
6. Ankerit und Quarz auf Tonschiefer
Ort: Grube Petersbach, Siegerland
Im Bereich der Siegerländer Spateisensteinlagerstätten kam es in Spätphasen der Entwicklung hydrothermaler Gangsysteme
u.a. auch zu Ankerit/Quarz-führenden Mineralisationen.
Strukturell gehört Ankerit zu den Mineralen der Dolomit-Reihe (Abb. 1), kristallisiert trigonal-rhomboedrisch und zeigt demgemäß eine gegenüber der Calcit-Reihe (siehe Poster 4) erniedrigte Symmetrie. Sie kommt dadurch zustande, daß sich im Kristallgitter Calcium schichtweise mit Eisen abwechselt. Ankerit bildet gelblichweiße gerne rhomboedrische Kristalle (Abb. 2), die durch Oxidation des Eisens oft eine braune Färbung erhalten („Braunspat”). Häufig ist er in hydrothermalen Gängen anzutreffen, bildet jedoch auch Vorkommen im meta-somatischen Milieu. Ankerit wurde 1825 von Haidinger nach dem österreichischen Mineralogen Mathias Josef Anker (1771-1843) benannt, der ab 1817 als Kustos und Professor am Joanneum in Graz wirkte.
Reine Ankerite der Endgliedzusammensetzung CaFe[CO3]2 kommen in der Natur nicht vor, konnten bislang auch noch nicht synthetisch hergestellt werden. Es sind immer isomorphe Anteile von Dolomit-Komponente enthalten (Phasenbeziehungen siehe Abb. 3). Die chemischen Zusammensetzungen natürlicher Ankerit/Dolomit-Mischkristalle liegen im Bereich von Ca(Fe0,7Mg0,3)[CO3]2 bis CaMg[CO3]2.
Die Grube Petersbach bei Eichelhardt im Siegerland wurde bereits 1674 erstmals urkundlich erwähnt. Neben Spateisenstein wurden auch Pb-, Cu-, Zn-, Sb- und Ni-Erze abgebaut. Wichtige Perioden in der Grubengeschichte war das Abteufen eines neuen Schachtes im Jahre 1864, der 820 m erreichte; in der Folge kam es zu weiteren Arbeiten – der tiefste Schacht erreichte eine Teufe von 1025 m. Ab dem Jahr 1903 wurde das Erz über eine Seilbahn nach Wissen an der Sieg transportiert, dort befand sich die Hüttenindustrie für zahllose Gruben der näheren Umgebung. Es entwickelte sich hier eines der bedeutendsten Weißblechwalzwerke Europas. Neben mehreren Hochöfen besaß das Werk eine eigene Stromerzeugung aus koksgefeuerten Dampfkesseln, mehreren Dampfturbinen und elektrischen Generatoren. Die Grube Petersbach wurde nach einigen zwischen-zeitlichen Ruheperioden 1937 stillgelegt.
sedimentär
7. Schwarzschiefer
Ort: Ballachulisch, Schottland
Schwarzschiefer sind diagenetisch veränderte bis sehr niedriggradig metamorphe, ehemalige Tonsteine mit einem hohen Anteil an organischer Substanz
Mineralbestand: Quarz, Tonminerale, Chlorit, Muskovit, Illit, Feldspäte und häufig Pyrit. Es können außerdem Calcit, Dolomit, teilweise auch Sulfate wie Gips und Anhydrit auftreten. Die organische Substanz liegt fein verteilt im Gestein vor.
Grundlage für die Entstehung der Schwarzschiefer ist ein sauerstoffarmer Ablagerungsraum (euxinisches Milieu), der eine schnelle Zersetzung der organischen Substanzen verhindert. Wichtig sind außerdem darüber liegende, sauerstoff- und nährstoffreiche Wasserschichten, die dort das Algen- und Tierwachstum fördert. Ein solches rezentes Bildungsumfeld ist z.B. im Bereich des Schwarzen Meeres gegeben. Es gelangen hier detritische Sedimentpartikel und abgestorbenes Plankton in tiefere, H2S-führende Wasserschichten, die durch anaerobe Bedingungen charakterisiert sind und wo mangels Zirkulation keine Durchmischung mit oberflächennahem Wasser stattfinden kann. Im dortigen Sediment erfolgt eine langsame biochemische Zersetzung der organischen Substanz. Schließlich kommt es durch Bakterien zur Reduktion des Sulfates aus dem Meerwasser und durch eine Reaktion mit eisenhaltigen Verbindungen zur Bildung von Eisensulfid (z.B. Pyrit).
Die Schwarzschiefer können sich sowohl in Süßwasser als auch im Meerwasser bilden. Da aufgrund der sehr geringfügigen Druck-Temperaturbeeinflussung (Diagenese bis Anchimetamorphose) des pelitischen Ausgangsmaterials kaum Mineralneubildungen erfolgen, besitzen die Gesteine noch häufig die ursprüngliche, für Pelite charakteristische Korngröße < 0,02 mm (Korngrößenklassifikation der Sedimente siehe auch Poster 9, Abb. 3).
Ein hoher Gehalt an Pyrit ist für die Schwarzschiefer charakteristisch; typische Ausbildungsformen dieser kubischen Modifikation von FeS2 (die orthorhombische heißt Markasit) sind Würfel (Abb. 1) und Pentagondodekaeder ("Pyritoeder"; Abb. 2).
Innerhalb des kubischen Kristallsystems kristallisiert Pyrit in einer Kristallklasse mit niedriger Symmetrie (2/m3; Raumgruppe P21/a3) dies äußert sich in einer Wachstumsstreifung, die an den Würfelflächen der Abbildung 1 erkennbar ist. Kristallchemisch ist die Pyritstruktur von der Kochsalzstrukur (Halit, NaCl) ableitbar, wobei die Fe-Atome von Pyrit den Na-Atomen der NaCl-Struktur entsprechen; hantelförmige S2-Moleküle sitzen an der Position von Cl (Abb. 3). Jedes Fe-Atom ist von 6 benachbarten Schwefel-Atomen in gleichem Abstand umgeben. Während die Bindung zwischen den S2-Hanteln und Fe metallischen Charakter aufweist, herrscht innerhalb der Hanteln eine Atombindung vor. Pyrit besitzt für ein Sulfid eine ungewöhnlich große Härte von ca. 6,5. Er verfügt über einen lichtmessinggelben Metallglanz und ist das bei weitem häufigste Sulfid-Mineral.
sedimentär
8. Quarzkonglomerat
Ort: Wintermühlendhof, E Königswinter
Mineralbestand: Quarz, Tonminerale, Chlorit, Muskovit, Illit, Feldspäte und häufig Pyrit. Es können außerdem Calcit, Dolomit, teilweise auch Sulfate wie Gips und Anhydrit auftreten. Die organische Substanz liegt fein verteilt im Gestein vor.
Grundlage für die Entstehung der Schwarzschiefer ist ein sauerstoffarmer Ablagerungsraum (euxinisches Milieu), der eine schnelle Zersetzung der organischen Substanzen verhindert. Wichtig sind außerdem darüber liegende, sauerstoff- und nährstoffreiche Wasserschichten, die dort das Algen- und Tierwachstum fördert. Ein solches rezentes Bildungsumfeld ist z.B. im Bereich des Schwarzen Meeres gegeben. Es gelangen hier detritische Sedimentpartikel und abgestorbenes Plankton in tiefere, H2S-führende Wasserschichten, die durch anaerobe Bedingungen charakterisiert sind und wo mangels Zirkulation keine Durchmischung mit oberflächennahem Wasser stattfinden kann. Im dortigen Sediment erfolgt eine langsame biochemische Zersetzung der organischen Substanz. Schließlich kommt es durch Bakterien zur Reduktion des Sulfates aus dem Meerwasser und durch eine Reaktion mit eisenhaltigen Verbindungen zur Bildung von Eisensulfid (z.B. Pyrit).
Die Schwarzschiefer können sich sowohl in Süßwasser als auch im Meerwasser bilden. Da aufgrund der sehr geringfügigen Druck-Temperaturbeeinflussung (Diagenese bis Anchimetamorphose) des pelitischen Ausgangsmaterials kaum Mineralneubildungen erfolgen, besitzen die Gesteine noch häufig die ursprüngliche, für Pelite charakteristische Korngröße < 0,02 mm (Korngrößenklassifikation der Sedimente siehe auch Poster 9, Abb. 3).
Ein hoher Gehalt an Pyrit ist für die Schwarzschiefer charakteristisch; typische Ausbildungsformen dieser kubischen Modifikation von FeS2 (die orthorhombische heißt Markasit) sind Würfel (Abb. 1) und Pentagondodekaeder ("Pyritoeder"; Abb. 2). Innerhalb des kubischen Kristallsystems kristallisiert Pyrit in einer Kristallklasse mit niedriger Symmetrie (2/m3; Raumgruppe P21/a3) dies äußert sich in einer Wachstumsstreifung, die an den Würfelflächen der Abbildung 1 erkennbar ist.
Kristallchemisch ist die Pyritstruktur von der Kochsalzstrukur (Halit, NaCl) ableitbar, wobei die Fe-Atome von Pyrit den Na-Atomen der NaCl-Struktur entsprechen; hantelförmige S2-Moleküle sitzen an der Position von Cl (Abb. 3). Jedes Fe-Atom ist
von 6 benachbarten Schwefel-Atomen in gleichem Abstand umgeben. Während die Bindung zwischen den S2-Hanteln und Fe metallischen Charakter aufweist, herrscht innerhalb der Hanteln eine Atombindung vor. Pyrit besitzt für ein Sulfid eine ungewöhnlich große Härte von ca. 6,5. Er verfügt über einen lichtmessinggelben Metallglanz und ist das bei weitem häufigste Sulfid-Mineral.
sedimentär
9. Konglomerat
Ort: Biskopåsen bei Lillehammer, Norwegen
Konglomerate sind oberflächennahe Bildungen und bestehen zu mehr als 50 Vol.% aus gerundeten Gesteinsfragmenten, deren Korngröße 2mm überschreitet. Solche Sedimente werden als klastisch bezeichnet.
Zur Klassifikation: Das Gesteinsinventar bzw. auch der Mineralbestand von Konglomeraten kann natürlich je nach Liefergebiet sehr variieren; hier lassen sich "monomikte" Konglomerate (falls im wesentlichen nur ein Gerölltyp vorliegt), "oligomikte" (wenige Typen) und "polymikte" Konglomerate (bunte Serie von Gerölltypen) auseinanderhalten. Es ist zweckmäßig bei monomikten und oligomikten Konglomeraten den wesentlichen Gerölltyp in den Gesteinsnamen mit aufzunehmen (z.B. Quarzit-konglomerat, Kalkkonglomerat). Die hier ausgestellte Kon-glomeratstufe enthält ver-schiedenste Arten von Geröllen, wie Gneis, Quarzit und auch Granit; um einen besseren Überblick über das Gefüge zu erhalten, ist in Abb. 1 ein Sägeabschnitt derselben Probe abgebildet. Sind bei derselben Korngröße (hier > 2mm) die Gesteinsfragmente nicht gerundet sondern eckig, so spricht man von einer Breccie (Abb. 2).
Sehr wichtig im Hinblick auf eine allgemeine Klassifizierung von klastischen Sedimenten ist die Korngröße der einzelnen Fragmente. Hier ist es sinnvoll, eine Einteilung in Pelite (vorwiegend tonige Gesteine einer Korngröße < 0,02 mm), Psammite ("Sandfraktion"-Partikel zwischen 0,02 und 2 mm) und Psephite (Korngröße > 2mm) vorzunehmen. Detailliertere Untergliederungen können zweckmäßig sein; eine solche ausführliche Einteilung ist in Abb. 3 dar-gestellt.
Die Zusammensetzung der Gesteinsfragmente, der Rundungsgrad aber auch die verkittete Grundmasse (Detritus) aus feinklastischen Partiklen und Zement liefern wertvolle Hinweise auf Abtragungsgebiet und Transportwege (weit transportierbar sind z.B. Quarz-reiche Gerölle; Kalkbreccien haben sicher keine weiten Transportwege hinter sich). Das Bildungsmilieu von Konglomeraten kann von recht unterschiedlicher Art sein. In erster Linie müssen Transportmittel (vorwiegend Wasser) mit hoher Energie vorhanden gewesen sein, um relativ große Gerölle zu bewegen und abzurunden. So sind z.B. in Gebirgen mit hohem Relief energiereiche Wasserwege vorhanden. Auch während der Eiszeiten entstanden immense Schmelzwasserläufe; von großer Bedeutung bei der Konglomerat-Bildung sind die vom Gletschereis selbst abgelagerten Moränen. Auch im Bereich von Tiefseegräben können riesige Gesteinsmassen abgleiten und Konglomerate bilden; diese werden als Olistostrome bezeichnet. Eine Möglichkeit z.B. auch in seichtem Wasser relativ große Gerölle zu bewegen, ist bei Strandkonglomeraten in Bereichen starker Brandung gegeben. Es gibt außerdem auf pyroklastische Bildungsbedingungen zurückgehende Konglomerate.
metamorph
12. Blauschiefer oder Glaukophanschiefer
Ort: Baie des Curés, Île de Groix, Bretagne
Für den Bereich der Subduktionszonenmetamorphose (Abb. 1) typische Gesteine sind Blauschiefer oder Glaukophanschiefer, die vorwiegend aus basischen Magmatiten wie Basalten und Gabbros gebildet werden. Die blaue Farbe stammt in erster Linie von Glaukophan, einem blauen Mineral der Alkaliamphibolgruppe.
Abb. 1 veranschaulicht die plattentektonischen Prozesse an divergenten und konvergenten Plattengrenzen. Insbesondere die Subduktion ozeanischer Lithosphäre unter kontinentale Kruste führt zu Hochdruck-Niedrigtemperatur-Bedingungen, unter denen Blauschiefer und Eklogite gebildet werden.
Mineralbestand: blauer Alkaliamphibol (besonders Glaukophan aber auch z.B. Riebeckit; siehe Abb. 2), dazu, je nach Gesteinszusammensetzung und Metamorphosebedingungen, eine Reihe weiterer Minerale wie Lawsonit, Epidot, Calcit/Aragonit, Albit, Quarz, Hellglimmer, jadeitischer Pyroxen, Stilpnomelan, Pumpellyit, Granat, Chloritoid, Karpholith, Disthen, Talk und Titanit.
Das Gestein Blauschiefer ist u.a. namensgebend für die sog. Blauschiefer- oder Glaukophanschieferfazies; die Metamorphosebedingungen sind auf niedrige Temperaturen und moderate bis hohe Drücke beschränkt (Abb. 3). Eine metamorphe Fazies umfaßt denjenigen Druck-Temperaturbereich, in dem für ein Gestein bestimmter chemischer Zusammensetzung eine ganz bestimmte Mineralparagenese resultiert. Mineral-assoziationen solcher metamorphen Fazies sind bereits 1940 von Eskola an metamorphen Gesteinen basaltischer Edukte für unterschiedliche Druck-Temperatur-bedingungen entwickelt worden.
Wichtige Tatsache ist, daß nicht alle, unter Mineralbestand (s.o.) aufgeführten Phasen gleichzeitig in einem Gestein koexistieren können. Die genauen Phasenbeziehungen sind z.T. sehr komplex; es werden daher heute verschiedene Subfazies unterschieden (z.B. Epidot-Blauschiefer- und Lawsonit-Blauschieferfazies).
Oft sind Gefügemerkmale der Ausgangsgesteine (wie z. B. diejenigen von Pillowbasalten; siehe auch Poster 41) noch erkennbar. Blauschiefer weisen häufig Wechsellagerungen mit Grünschiefern auf; solche Charakteristika sind jedoch nicht immer einfach zu deuten. Mögliche Erklärungen können geringe Unterschiede des Gesteinschemismus liefern, denkbar sind auch partielle spätere grünschieferfazielle Überprägungen.
metamorph
13. Staurolith-Glimmerschiefer
Ort: Le Roho NE Baud, Bretagne
Staurolith-Glimmerschiefer sind aus tonigen Sedimentgesteinen, sogenannten Peliten, hervorgegangene Produkte,
die im allgemeinen eine Amphibolit-fazielle Metamorphose erfahren haben.
Mineralbestand: Neben den Hauptgemengteilen Hellglimmer, Biotit und Quarz sowie geringen Mengen an Plagioklas treten Porphyroblasten von Staurolith auf. Generell können, abbhängig vom Metamorphosegrad und der genauen chem. Zusammensetzung der Gesteine, weitere Minerale wie Granat, Disthen, Andalusit, Sillimanit, Hornblende, etc. vorkommen. Chemisch betrachtet sind Glimmerschiefer durch relative hohe Gehalte an Al2O3 und K2O, sowie geringe Gehalte an CaO charakterisiert. Oft lassen sich Staurolithe aufgrund ihrer Zwillingsbildung gut identifizieren. Es kommen sowohl 60°- als auch 90°-Zwillinge vor (Abb. 1).
Tritt Staurolith neben Disthen auf, so können beide Minerale aufgrund der Ähnlichkeit von Strukturbauteilen kristallographisch gesetzmäßig verwachsen; dies wird als Epitaxie bezeichnet (Abb. 2). Im Dünnschliff ist Staurolith leicht an seinem farblos-gelben Pleochroismus (Abb. 3) zu erkennen.
Glimmerschiefer allgemein sind durch eine ausgeprägte Foliation der Schichtsilikate gekennzeichnet; das Gefüge ist oft porphyroblastisch (durch neu gesprosste, idiomorphe Minerale während der Metamorphose). Läßt sich makroskopisch keine eindeutige Zuordung zu einer metamorphen Fazies vornehmen, so ist klassischerweise für den Bereich der Regionalmetamorphose eine Einteilung in niedriggradige (epizonale), mittelgradige (mesozonale) und hochgradige (katazonale) Metamorphite erlaubt. Aus einem sedimentären Pelit wird demgemäß mit zunehmendem Metamorphosegrad ein Phyllit (Epizone), ein Glimmerschiefer (Mesozone), sowie ein Paragneis (Katazone).
Bereits 1893 erkannte Barrow an Metapeliten im schottischen Hochland eine Abfolge metamorpher Zonen, die charakterisiert sind durch das Auftreten eines jeweils neuen metamorphen Minerals (sog. Indexmineral) mit zunehmendem Metamorphosegrad. Auch die "Staurolith-Zone" ist Bestandteil dieser Zonenabfolge, die in Abb. 4a schematisch dargestellt ist. Die Zonengliederung lautet: Chlorit-Zone -> Biotit-Zone -> Granat- Zone -> Staurolith-Zone -> Disthen-Zone -> Sillimanit-Zone.
Abb. 4b zeigt den Wechsel von der Granat-Zone über die Staurolith-Zone bis hin zur Disthen-Zone anhand zugehöriger Konoden in AFM-Diagrammen. Das erste Auftreten von Staurolith lässt sich durch die Reaktion Granat + Chlorit = Staurolith + Biotit + Quarz + H2O beschreiben, bei zunehmender Metamorphose kommt es zum Unterbrechen der Staurolith-Chlorit-Konode durch die Konode
Disthen-Biotit (Reaktion: Staurolith + Chlorit + Muskovit = Disthen + Biotit + H2O; Disthen-Zone).
metamorph
14. Chlorit-führender Glimmerschiefer
Ort: Melkill, Aurfjord, Norwegen
Glimmerschiefer sind mittelgradige Metamorphite, ihre Edukte tonige Sedimente (Pelite).
Mineralbestand: Quarz, Hellglimmer; (z.T. Biotit); je nach Metamorphosegrad auch Chlorit und Chloritoid (niedrige Temperaturen), Granat, Staurolith, Andalusit (niedrige Dücke), Disthen (hohe Drücke), Sillimant und Cordierit (hohe Temperaturen), Plagioklas. Je nach Gesteinschemismus können auch Calcit, Epidot, Aktinolith, Hornblende auftreten. Glimmerschiefer sind von einer deutlichen Paralleltextur geprägt, häufig zu beobachten sind sog. Flasertexturen, wo Porphyroblasten von z.B. Granat, Hornblende und/oder Staurolith von Schichtsilikaten „umflossen" werden (siehe Abb. 1). Interessante Gefügebeziehungen zeigen die sogenannten „Schneeballgranate", die während ihres Wachstums rotiert werden und parallel angeordnete Glimmer S-förmig einschliessen können (Abb. 2a).
Ein wichtiges Mineral der hier vorliegenden Gesteinsprobe von N-Norwegen) ist das Schichtsilikat Chlorit, welches generell durch eine sehr vollkommene Spaltbarkeit in Richtung (001) charakterisiert ist, außerdem durch eine geringe Härte (ca. 2-3) und eine grüne Farbe (Abb. 2b).
Die Struktur von Chlorit besteht aus 4 Schichtfolgen in denen sich eine talkähnliche Schicht (mit einer Abfolge Tetraederschicht-Oktaederschicht-Tetraederschicht) mit einer brucitähnlichen Oktaeder-Zwischenschicht abwechseln (Abb. 3). Eine theoretische Endglied-Zusammensetzung ist Mg[6]6[Si[4]4O10/(OH)8]; Chlorite enthalten jedoch zusätzlich Aluminium, welches durch die sog. Tschermak-Substitution (Al[6] + Al[4] = Mg[6] + Si[4])in die Struktur eingebaut wird. Es treten außerdem in unterschiedlichem Umfange Fe-Gehalte auf; die Mg-reichen Mischglieder werden traditionell als Klinochlor, die Fe-reichen als Chamosit bezeichnet.
Eine, die Glimmerschiefer betreffende, wichtige Mineralreaktion ist der Abbau von Muskovit + Quarz zu hohen Temperaturen auf Kosten der Paragenese Alumosilikat + Kalifeldspat + Wasser. Diese Reaktion (Abb. 4) trennt Paragenesen niedriggradiger Amphibolitfazies von solchen einer hochgradigen. Wichtige weitere Hinweise auf die Metamorphosebedingungen liefern die Alumosilikate Andalusit (niedrige Drücke und moderate Temperaturen), Disthen (hohe Drücke) und Sillimanit (hohe Temperaturen; Abb. 4).
Im Bereich der Regionalmetamorphose bilden sich bei zunehmenden Druck- und Temperaturbedingungen aus tonigen Sedimenten zunächst Tonschiefer, dann Phyllite, schließlich Glimmerschiefer und, bei hohen Metamorphosegraden, Paragneise bis hin zu Anatextiten, die durch eine Teilaufschmelzung charakterisiert sind.
metamorph
16. Tremolitfels
Ort: Gheorghieni, Ostkarpathen, Rumänien
Der Tremolitfels ist ein monomineralisches Kalksilikatgestein, das aus dem Amphibol Tremolit besteht.
Mineralbestand꞉ Typische Hauptgemengteile von Kalksilikatfelsen sind Wollastonit, Epidot/Klinozoisit, Anorthit, Grossular, Tremolit, Diopsid und Forsterit. Bei hohen Temperaturen kommen auch seltene Minerale vor wie Monticellit (CaMg[SiO4]), Larnit (Ca2[SiO4]), Rankinit (Ca3[Si2O7]), Merwinit (Ca3Mg[SiO4]2); bei ausreichend hohem CO2‑Partialdruck auch Spurrit (Ca5[CO3/(SiO4)2]) und Tilleyit (Ca5[(CO3) /Si2O7]). Die Gesteine sind oft massig und fein‑ bis grobkörnig ausgebildet; es überwiegen helle bis grünliche Farbtöne.
Tremolitfelse gehören zu den Kalksilikatgesteinen, die durch Metamorphose aus karbonatisch‑kieseligen Sedimenten (wie z.B. Mergel, kieselige Dolomite) hervorgegangen sind. Oft bilden sich solche Gesteine auch kontaktmetamorph bei der Intrusion silikatischer Schmelzen in karbonatisches Nebengestein; hier kann außerdem die Pneumatolyse – d.h. die Einwirkung von chemisch sehr aktiven Gasphasen/Fluiden (z.B. Fluor, Chlor) von Bedeutung sein. Je nach Ausgangsmaterial, Metamorphosebedingungen und Zusammensetzung der Gasphase können sich sehr unterschiedliche Produkte bilden.
Tremolitfelse gehören zu den Kalksilikatgesteinen, die durch Metamorphose aus karbonatisch‑kieseligen Sedimenten (wie z.B. Mergel, kieselige Dolomite) hervorgegangen sind. Oft bilden sich solche Gesteine auch kontaktmetamorph bei der Intrusion silikatischer Schmelzen in karbonatisches Nebengestein; hier kann außerdem die Pneumatolyse – d.h. die Einwirkung von chemisch sehr aktiven Gasphasen/Fluiden (z.B. Fluor, Chlor) von Bedeutung sein. Je nach Ausgangsmaterial, Metamorphosebedingungen und Zusammensetzung der Gasphase können sich sehr unterschiedliche Produkte bilden.
Der Tremolit (Ca2Mg5[Si8O22/(OH)2]) selbst ist weiß und gehört zur Gruppe der Ca‑Amphibole. Wird Fe anstelle von Mg in der Struktur eingebaut, so wird dieser Amphibol zunehmend dunkler grün; es entsteht das Mineral Aktinolith (Abb. 1; siehe auch Poster 15). Eine generelle Klassifikation der Amphibole ist in Abb. 2 dargestellt; Abb. 3 verdeutlicht die Besetzungsmöglichkeiten einzelner Positionen innerhalb der Amphibol‑Struktur. Abb. 4 zeigt die SiO4‑Doppeltetraederketten; deren Lage senkrecht zur kristallographischen c‑Achse ist in Abb. 5 wiedergegeben .
metamorph
17. Serpentinit
Ort: Morud bei Snarum, Südnorwegen
Serpentinite sind bei moderaten Temperaturen (< ca. 550°C) metamorph umgewandelte, ultrabasische Vulkanite und Plutonite. Sie bilden feinkörnige bis dichte, gelbgrün bis schwarzgrün gefärbte, massige bis stark geschieferte Gesteine.
Mineralbestand: Hauptgementeile sind die verschiedenen Minerale der Serpentin-gruppe, insbesondere Chrysotil (Faserserpentin) und Antigorit (Blätterserpentin), selten auch Lizardit. Weiterhin können Relikte von Ortho- und Klinopyroxen sowie Olivin auftreten, dazu Granat, Spinell, Amphi-bole, Talk, Chlorit, Mag-netit und auch Karbonat-minerale.
Besonders problematisch aufgrund seiner umweltbelastenden Einflüsse ist das Mineral Chrysotil, welches submikroskopisch kleine Hohlfasern bildet (Abb. 1) und im Gestein leicht in Form parallelfaseriger Asbestgänge zu erkennen ist (Abb. 2).
Es wurde aufgrund seiner isolierenden Eigenschaften in der Vergangenheit häufig als feuerfestes Baumaterial (Eternit) und Gewebewerkstoff (Abb. 3), als Zusatzstoff in Bremsbelägen aber auch als Isolationsmittel in der Wärme- und Kältetechnik verwendet. Das Inhalieren von Asbestfasern (insbesondere bei gleichzeitigem Zigarettenkonsum) führt allerdings zu lebensgefährlichen Lungenkarzinomen, so daß in jüngster Vergangenheit verstärkt die Suche nach weniger gefährlichen Ersatzstoffen ähnlicher Eigenschaften vorangetrieben wurde.
Antigorit zeigt einen blättrigen Habitus (Abb. 4) und tritt erst bei Temperaturen der Grünschieferfazies auf.
Die unterschiedlichen Ausbildungsformen basieren auf einer strukturell unterschiedlich gelösten Anpassung von Tetraeder- und Oktaederschichten (Abb. 5).
Da Eisen nur untergeordnet in Serpentin eingebaut werden kann, das Edukt Olivin jedoch merkliche Fe-Gehalte in Form von Fayalit-Komponente aufweist, bilden sich während der Metamorphose häufig größere Mengen an feinverteiltem Magnetit (Abb. 6, Fundort: Harz; lange Bildkante = 2,5mm).
metamorph
18. Gedrit/Cummingtonit Fels
Ort: Isopää bei Kalvola, Finnland
Ein Gedrit/Cummingtonit Fels ist ein mittel - hochgradig geprägter Metamorphit
Mg-, Al-reicher Ausgangsgesteine.
Mineralbestand: Gedrit/Cummingtonit, Granat, Quarz, Plagioklas. Der Granat der Gesteinsprobe von Finnland liegt in Form idiomorpher Rhombendodekaeder (Abb. 1a) vor, der für Granate typischen Morphologie eines 12-Flächners. Selten bildet Granat 24-Flächner aus, sogenannte Deltoidikositetraeder; einen solchen Einkristall zeigt Abb. 1b; in den Abbildungen jeweils mit angegeben sind die Flächen allgemeiner Lage {110} und {211}.
Gedrit gehört zu den wenigen orthorhombischen Amphibolen (Abb. 2); typisch sind seine Al-Gehalte in der Tetraederposition; die Zusammensetzungsbereiche der Gedrite (bzw. auch diejenigen der Cummingtonite und Anthophyllite) sind in Abb. 3 wiedergegeben. Die vollkommene Spaltbarkeit der Amphibole in (110)- und (1-10)-Richtung verdeutlicht Abb. 2a; die orthorhombische Symmetrie ist sehr gut an der Aufnahme unter gekreuzten Polarisatoren (Abb. 2b) nachvollziehbar: der langprismatische Einkristall an der rechten Bildkante befindet sich in Auslöschungsstellung, seine c-Achse ist parallel zum Analysator orientiert.
Während der Anthophyllit (bzw. auch die Gedrite) eine orthorhombische Symmetrie aufweist, besitzt die Modifikationen Cummingtonit eine monokline Symmetrie. Generelle Informationen zur Amphibol-Nomenklatur sowie zur Struktur der Amphibole sind auf dem Poster Nr. 16 dargestellt.
Gedrite/Cummingtonite kommen typischerweise in hochtemperierten Gesteinen der Regionalmetamorphose und auch als kontaktmetamorphe Bildungen vor; Ausgangsgesteine sind Mg- und Al-betont (z.B. dolomitische Mergel). Zu hohen Temperaturen können Gedrite zu Enstatit-führenden Paragenesen abgebaut werden (siehe Abb. 4: Stabilitätsfeld der Gedrit-Zusammensetzung Mg6Al[AlSi7O22/(OH)2]; bei Fe-Einbau vergrößert sich das Stabilitätsfeld).
metamorph
20. Dunkler Biotit-Hornblende Gneis
Ort: Kaanaa bei Mäntsälä, Finnland
Gneise sind Feldspat-reiche Metamorphite; Edukt des hier vorliegenden Biotit-Hornblende Gneises mit deformierten Kalifeldspat-Blasten ist ein Gabbro, der eine K-Zufuhr durch eine benachbarte Granit-Intrusion erfahren hat.
Mineralbestand: Biotit, Hornblende, Kalifeldspat, Plagioklas. Die dunklen Partien des Gesteins bestehen im wesentlichen aus Biotit und Hornblende. Die Korngröße der hellen Kalifeldspäte liegt im cm-Bereich, sie sind deformiert und z.T. durch das Auftreten dünner Plagioklassäume charakterisiert.
Biotite (Dunkelglimmer; Abb. 1) sind Fe-reiche, trioktaedrische Schichtsilikate, deren Schichtabfolge durch eine Talk- sowie eine sogenannte Zwischenschicht charakterisiert ist (Abb. 2).
Die Talkschicht selbst besteht aus einer Abfolge von Tetraederschicht - Oktaederschicht - Tetraederschicht, wobei Al und Si tetraedrisch koordinierte Kationen darstellen und Fe bzw. Mg die drei zur Verfügung stehenden Oktaederplätze (daher der Name „trioktaedrisch") einnehmen. Die Zwischenschicht besteht aus K-Ionen. Bei dem Mineral Hornblende handelt es sich um einen Amphibol komplexer Zusammensetzung, der sich am einfachsten ausgehend von einer Tremolit-Zusammensetzung durch folgende Substitutionen beschreiben läßt:
Abb. 3 zeigt den Zusammensetzungsbereich der Horn-blenden; weitere generelle Informationen zur Nomenklatur und zur Struktur der Amphibole siehe Poster 16.
Als Gneise werden generell solche metamorphen Gesteine bezeichnet, die wesentliche Anteile von Feldspat enthalten. Oft ist Quarz und auch Glimmer vorhanden, Quarz kann jedoch gänzlich fehlen und an die Stelle der Glimmer können Amphibole, Pyroxene oder auch andere Silikate treten. Der Name Orthogneis nimmt Bezug auf einen Magmatit als Ausgangsgestein (im wesentlichen sauer bis intermediär), Paragneise sind Metamorphite sedimentärer Herkunft mit geeigneter Zusammensetzung. Der hier vorliegende Biotit-Hornblende Gneis hat seine metamorphe Prägung durch eine in der Nachbarschaft intrudierende granitische Schmelze erfahren. Dabei kam es u.a. zur Deformation und auch zu einer metasomatischen Beeinflussung (K-Zufuhr durch das granitische Magma); das Edukt des Biotit-Hornblende Gneises hatte eine gabbroide Zusammensetzung.
metamorph
31. Chiastolith-Knotenschiefer
Ort: Forges des Salles bei St. Brigitte, Bretagne
Chiastolith-Knotenschiefer sind metamorphe tonige Sedimente (Metapelite), typisch für den Bereich der Kontaktmetamorphose. Durch Intrusion eines Magmas stellt sich das Nebengestein mineralogisch auf die erhöhten Temperaturbedingungen ein. Es kommt in der Regel zu einem Korn-Neuwachstum, ohne die bei der Regionalmetamorphose übliche, begleitende Deformation.
Mineralbestand: charakteristisch sind die idiomorphen Andalusit-Einkristalle, die in einem dunkelgrauen, feinkörnigen Schiefer gesproßt sind. Ganz allgemein wird der Vorgang einer Mineralneubildung während metamorpher oder auch metasomatischer Prozesse als Blastese bezeichnet. Sind diese neugebildeten Minerale idiomorph ausgebildet, so spricht man von Idioblasten, xenomorphe Neubildungen werden als Xenoblasten bezeichnet. Treten einzelne Minerale durch ihre relative Größe aus einer umgebenden, feinkörnigeren Matrix hervor, so nennt man diese Porphyroblasten. Als Chiastolithe werden solche Andalusite bezeichnet, die dunkel pigmentierte, orientierte Einschlüsse von kohliger Substanz enthalten (siehe Abb. 1 und 2).
Weitere Minerale in diesem Gestein sind Cordierit (ebenfalls ein Indikatormineral für hohe Temperaturen bei relativ niedrigen Drücken), Quarz, Biotit, Muskovit, Graphit und Pyrit.
Der durch die hohen Temperaturen veränderte Bereich um eine Intrusion wird als Kontakthof bezeichnet. Seine Größe hängt primär vom Volumen der Intrusion und von dem Temperaturunterschied zwischen intrudiertem Magma und Nebengestein ab und kann wenige Zentimeter bis mehrere Kilometer betragen. Andalusit ist durch einen Stabilitätsbereich gekennzeichnet, der auf niedrige Drücke und moderate Temperaturen beschränkt ist - er ist daher ein Indikator für kontaktferne Mineralneubildungen.
Kontaktnah, d. h. bei höheren Temperaturen, kommt es zur Ausbildung Sillimanit-führender Paragenesen (Abb. 3; siehe auch Abb. 4: Stabilitätsbeziehungen von Andalusit und den beiden Modifikationen Sillimanit und Disthen). Außerhalb dieser Zonen bei noch niedrigeren Temperaturen können wasserhaltige Al-Silikate wie Pyrophyllit oder auch Kaolinit auftreten.
Große Plutone können viele hunderttausend Jahre als Wärmelieferant existieren. Aufgrund ihrer höheren Schmelztemperaturen führen basische Intrusionen zu höheren Kontakttemperaturen als saure, z.B. granitische Intrusionen. Kommt es in Kontaktnähe zu einem stofflichen Austausch zwischen Pluton und Nebengestein, d.h. werden z.B. durch heiße Lösungen aus dem Pluton bestimmte Elemente heran- oder auch weggeführt, so spricht man nicht mehr von einer Kontaktmetamorphose sondern von einer Metasomatose.
Abb. 4 zeigt Stabilitätsbeziehungen der 3 polymorphen Al2SiO5-Phasen in einem Druck-Temperaturdiagramm. Andalusit (Al[6]Al[5][SiO4 O]) mit der geringsten Dichte kristallisiert orthorhombisch; sein Vorkommen ist auf Gesteine beschränkt, die niedrige Drücke erfahren haben. Sillimanit (Al[6]Al[4] [SiO4 O], ebenfalls orthorhombisch) ist die stabile Hochtemperatur-modifikation und Disthen (Al[6]Al[6][SiO4 O], triklin) ist ein typisches Mineral in hochdruckmetamorphen Gesteinen. Ein wichtiges gemeinsames Strukturmerkmal aller 3 Modifikationen sind über Kanten verknüpfte [AlO6]-Oktaeder, die parallel zur c-Achse angeordnet sind (siehe rechts).
metamorph
33. Dunit
Ort: Halse bei Åheim, W-Norwegen
Als Dunite bezeichnet man i.d.R. Plutonite, die durch Olivin-Gehalte von über 90 Vol.% charakterisiert sind, sowie metamorph überprägte Gesteine derselben mineralogischen Zusammensetzung.
Mineralbestand: Hauptgemengteil der Dunite ist Olivin (Forsterit-reich); dazu können Orthopyroxen (Enstatit bis Bronzit), Klinopyroxen (vorwiegend Diopsid und Chromdiopsid), Hornblende, Phlogopit, Spinell (vorwiegend Chromit) und Granat (meist Pyrop-reich) auftreten. Lagerstättenkundlich interessant sind oft Gehalte von gediegen Platin und anderen Edelmetallen. Als retrograde Mineralneubildungen findet man Serpentin, Aktinolith, Cummingtonit und Anthophyllit, dazu „Bastit“ (meist feinkristalliner Lizardit als Umwandlungsprodukt von Orthopyroxen) sowie „Kelyphit“ (Umwandlungsprodukt von Granat). Die Probe von Åheim ist geschiefert und enthält dünne Chromitlagen mit Kämmererit, einem Cr-haltigen Mineral der Chlorit-Gruppe.
Zur generellen Klassifizierung werden ultrabasische Gesteine mit mehr als 90 Vol.% an dunklen Gemengteilen (Mafiten) in einem Olivin–Orthopyroxen–Klinopyroxen-Diagramm erfasst (Abb. 1). Liegen die Olivin-Gehalte über 40 Vol.% spricht man von Peridotiten, liegen sie darunter, bezeichnet man die Gesteine als Pyroxenite. Peridotite liefern wichtige Informationen über die mineralogische Zusammensetzung des oberen Erdmantels.
Solche Gesteine können durch verschiedene Prozesse an die Erdoberfäche gelangen. Basaltische Schmelzen, die aus Mantelgesteinen erschmolzen werden, können Fragmente von Peridotiten enthalten; Beispiele sind die Vorkommen von Olivinknollen (Abb. 2). Peridotite kommen außerdem in geschichteten Intrusivkörpern vor (Olivin-Anreicherung als Kumulat an der Basis von Magmenkammern). Wichtig sind ferner die Vorkommen in Ophiolithkomplexen als tektonisch transportierte Fragmente des oberen Erdmantels; insbesondere in diesem Milieu können Deformation und Metamorphose eine wichtige Rolle einnehmen.
Das Vorhandensein von Indikatormineralen wie Plagioklas, Spinell, oder Granat läßt Rückschlüsse auf die Bildungs- bzw. Metamorphosebedingungen der Peridotite zu (Abb. 3).
Die Peridotite Westnorwegens (Abb. 4) und ihre umgebenden Neben-gesteinsgneise enthalten Boudins von Eklogiten; damit werden sowohl Mantel-Kruste Wechselbeziehungen als auch der metamorphe Einfluß belegt. Die metamorphe Geschichte der Peridotite ist sehr komplex, interessant sind Hinweise auf eine Ultrahochdruck-Metamorphose zu kaledonischer Zeit.
Die industrieelle Anwendung von Duniten ist vielfältig, wie z.B. in der Feuerfestindustrie, der Sandstrahltechnik (keine Silikosegefahr), bei der Stabilisierung von Ölplattformen und von Brückenfundamenten (z.B. Kleiner und Großer Belt, Dänemark), sowie im Bereich „Mineralwolle“ (Vorteile: isolierende Eigenschaften, Hoch-Temperatur-Beständigkeit).
magmatisch
34. Kimberlit
Ort: Hovid, Insel Alnö, Schweden
Kimberlite sind kalireiche Ultrabasite; das Herkunftsgebiet ihrer Magmen liegt im Bereich des oberen Erdmantels.
Mineralbestand: Olivin (Forsterit-reich; meist serpentinisiert), Phlogopit/Biotit, Pyroxene (Enstatit, Cr-Diopsid), Granat (Pyrop-reich), Perowskit, Magnetit, Cr-Spinell, Apatit, Diamant (Abb. 1; siehe auch Abb. 2), sekundäre Glimmer sowie Ca-Zeolithe (ebenfalls sekundär); in südafrikanischen Kimberliten oft auch Monticellit und Calcit. Diamant ist die Hochdruckmodifikation von Graphit (Abb. 3); die jeweiligen Stabilitätsfelder sind in Abb. 4 dargestellt.
Die Kimberlite gehören zu den Plutoniten der Peridotitgruppe; sie treten in Form von Gängen und Lagergängen auf; lagerstättenkundlich interessant sind natürlich die Durchschlagsröhren oder „Pipes“ mit Kimberlit-Breccien, welche Diamanten führen können und bis zu 200 km in den Erdmantel hinein reichen (Abb. 5).
Kimberlite sind die wichtigsten Lieferanten von Diamanten; die bedeutendsten Minen befinden sich in Südafrika und Rußland. Charakteristisch ist die explosionsartige Förderung des Magmas an die Erdoberfläche. Je nach Erhaltungszustand der Kimberlite unterscheidet man den „Yellow Ground“ (oberflächennahes gelbliches Lockermaterial), den „Blue Ground“ (durch Serpentinminerale graublau gefärbtes Gestein) sowie die „Hardebank“ (tiefstgelegenes frisches Gestein).
Petrologisch von großem Interesse sind Fremdgesteinsbruchstücke wie Peridotite, Granat-Peridotite, Granatpyroxenite, Eklogite etc., welche direkte und wichtige Informationen über die Unterkruste und den oberen Erdmantel liefern. Chemisch gehören die Kimberlite –von Karbonatiten abgesehen– zu den SiO2-ärmsten Magmatiten mit hohen Gehalten an MgO, CaO, Cr, Ni und CO2.
magmatisch
38. Larvikit
Ort: Tjölling (östlich Larvik), Norwegen
Der Larvikit gehört zu den Alkaliplutoniten, ist in aller Regel grobkörnig und fällt durch einen bläulichen bis grünlichen Farbschiller auf. Das Erguß- und Ganggesteinsäquivalent wird als Rhombenporphyr bezeichnet.
Mineralbestand: Hauptgemengteil des Gesteins ist mit ca. 90% ein ternärer Feldspat, der als antiperthitischer Oligoklas vorliegt. Als Nebengemengteile können geringe Gehalte an Quarz oder auch Nephelin ± Olivin auftreten, dazu Ti-armer Augit,
± kaersutitische Hornblende, Biotit, Ilmenit, Magnetit, Apatit und Zirkon. Im Streckeisendiagramm wird der Larvikit im Syenitfeld dargestellt (Abb. 1), da der ternäre Alkalifeldspat ca. 12% Anorthitkomponente enthält.
Larvikit ist ein beliebter Zierstein für Natursteinfassaden, Fußböden, etc.. Er kommt sowohl in helleren als auch in dunkleren Varietäten vor und trägt im Handel den Namen heller bzw. dunkler Labrador. Typisch sind die spitzwinkligen rhombischen Querschnitte der Feldspäte. Sowohl Labradorite als auch Larvikite sind durch einen bläulich-rötlichen Farbschiller der Feldspäte charakterisiert. In beiden Fällen wird er durch Interferenzerscheinungen des Lichts durch Beugung an feindimensionierten Entmischungslamellen erzeugt, da die Lamellen eine Größe im Bereich des sichtbaren Lichtspektrums haben. Während bei Labradoriten dieser Effekt auf der Entmischung zweier unterschiedlicher Plagioklase (z.B. An40 und An60) basiert, beruht er bei den Larvikiten auf antiperthitischen Entmischungen von Kalifeldspat in Plagioklas (Abb. 2a). Zur Erinnerung: der Begriff Perthit beschreibt Entmischungen von Albit-reichem Plagioklas in einem Kalifeldspat-Wirtskristall (Abb. 2b).
Berühmte Lokalitäten von Larvikit liegen zwischen Oslo und dem Langesund Fjord in Norwegen. Die plutonischen Komplexe von Larvik befinden sich im südlichen Teil der Oslo-Region und nehmen eine Fläche von mehr als 1.000 km2 ein. Die Intrusionstiefen der etwa zehn semizirkularen Komplexe (Abb. 3; I-X) lagen ca. 3-4 km unter der Erdoberfläche. Altersdatierungen belegen, daß die Platznahme in Form mehrerer Schübe (von Ost nach West) über einen Zeitraum von ca. 5 Millionen Jahren erfolgte.
magmatisch
39. Rapakiwi-Granit
Ort: Summa (westlich Hamina), Finnland
Granite allgemein sind klein- bis grobkörnige, massige, saure Plutonite; ihre Ergußgesteinsäquivalenteheißen Rhyolithe. Granite sind die bei weitem verbreiteten Tiefengesteine unserer Erde. Eine besondere Varietät ist der Rapakiwi-Granit, der durch das Auftreten von ovoidalen Alkalifeldspäten geprägt ist.
Mineralbestand der Granite: Hauptgemengteile sind Quarz, Alkalifeldspat (Orthoklas, Mikroklin aber auch reiner Albit), Plagioklas (Oligoklas) und Biotit; zusätzlich können Muskovit, Hornblende und selten auch Granat, Andalusit, Sillimanit, Cordierit auftreten. Da unter den hellen Gemengteilen Quarz als dominierndes Mineral auftritt, werden die Granite im oberen
Q (Quarz) - A (Alkalifeldspat) - P (Plagioklas) - Bereich des Streckeisen Doppeldreiecks (Abb. 1) dargestellt.
Je nach weiterer mineralogischer Charakterisierung werden für die Granite Zusatzbezeichungen verwendet wie Biotit-, Zweiglimmer-, Hornblende- oder Cordierit-granit; Alkaligranite liegen vor, wenn Alkali-amphibole und/oder -pyroxene auftreten. Liegt der Gehalt an Mafiten unter 5% spricht man von Leukograniten, übersteigt er 20% verwendet man die Bezeichnung Melagranit.
Granite sind weiß, grau, rosa, z.T. auch gelblich bis grünlich gefärbt; in der Regel ist ihr Gefüge durch eine mehr oder weniger idiomorphe Form der Feldspäte geprägt. Gelegentlich kommt eine Variante vor, die durch ein recht eindrucksvolles ungleichkörniges Gefüge geprägt ist, der sog. Rapakiwi-Granit. Bis zu mehrere cm große ovoidale Alkalifeldspäte werden hier von dünnen Plagioklassäumen (Oligoklas) umhüllt (Abb. 2, siehe auch Abb. 3), wobei sich die Kernbereiche häufig durch ihre unterschiedliche Färbung (oft rosa) gegenüber den Randbereichen (weißgrau bis grünlich) hervorheben.
Zwei Szenarien der Entstehung werden zur Zeit diskutiert: Eine Möglichkeit besteht in einem "Magma Mixing”, wo die Alkalifeldspäte zunächst in einem sauren Magma auskristallisieren und später, in einem basischeren Magma, von Plagioklassäumen umwachsen werden. Die zweite Hypothese geht von einem aufsteigenden, einheitlichen Magma-System aus, wo sich während der Druckabnahme Plagioklas auf Kosten von Kalifeldspat bildet. Granite des Rapakiwi-Typs kommen als klar umgrenzte intrusive Körper vor allem in Mittelschweden, Finnland, Karelien und der Ukraine vor. Sehr ähnlich sehen die sog. Kugelgranite oder -diorite aus (siehe auch Poster 36), ihr spezielles Gefüge wird auch als Orbikulartextur bezeichnet. Nach ihrer Zusammensetzung gehören diese Plutonite jedoch zur Familie der Granodiorite bis Diorite.
magmatisch
40. Shonkinit
Ort: Katzenbuckel, Odenwald
Shonkinite sind den Alkalimagmatiten zuzuordnen und gehören hier zu den K-reichen, subvulkanischen bis plutonischen Gesteinen. Sie enthalten typischerweise Kalifeldspat und Biotit anstelle von Leucit, dazu Nephelin und/oder weitere Na-Feldspatvertreter.
Mineralbestand: Kalifeldspat, Augit, Biotit, Nephelin, Amphibol ± Apatit, umgewandelter Nosean und Erzminerale; es kommen auch Olivin-führende Shonkinite vor. Im Streckeisen-Diagramm, das die hellen Gemengteile Quarz (Q), Alkalifeld-
spat (A), Plagioklas (P) und Foide (F) berücksichtigt, können die Shon-kinit-Zusammensetzungen im unteren, foidführenden Teildreieck der Bereiche Foidsyenite, Foid-Plagisyenite und Foidolithe dar-gestellt werden (siehe gelber Be-reich, Abb. 1). Typisch für Shon-kinite ist das Vorkommen von Nephelin (KNa3[AlSiO4]4). Neben Leucit gehört Nephelin zu den wichtigsten Feldspatvertretern (Foide); dies sind Minerale, die sich in SiO2-untersättigten Magmatiten anstelle von Feldspäten bilden.
Shonkinite sind SiO2-untersättigte, kalireiche, subvulkanische bis plutonische Magmatite (melanokrate Kalifoyaite), man könnte daher auch das Auftreten von Leucit [KAlSi2O6], dem Feldspatvertreter des Kalifeldspates erwarten. Da das Stabilitätsfeld von Leucit allerdings mit steigendem Wasserdruck zunehmend kleiner wird und Leucit bei Drücken oberhalb ca. 2,5 kbar nicht mehr aus der Schmelze gebildet werden kann, kommt er im wesentlichen nur in Vulkaniten vor. In Plutoniten muß das Kalium an andere Phasen wie Kalifeldspat und Glimmer gebunden sein. Solche plutonischen Kaligesteine lassen sich daher - im Hinblick auf ihre genaue Lage im Streckeisen-Diagramm - nur über den normativen Mineralbestand (potentieller Mineralbestand, der aus der chemischen Gesteinsanalyse errechnet wird) genau zuordnen. Kalireiche Magmatite kommen hauptsächlich in Bereichen kontinentaler Kruste vor und dort gerne gebunden an Grabenzonen. Nepheline bilden sich auch in Pegmatiten; auf Poster 3 (siehe dortige Abb. 4) ist ein nephelinsyenitischer Pegmatit mit cm-großen Nephelin-Einkristallen abgebildet.
Im Shonkinit aus dem Odenwald sind die Einkristalle von Nephelin gut an ihrem isometrischen hexagonalen Habitus zu erkennen; typisch sind die hexagonalen sowie quadratischen bis rechteckigen Querschnitte (Abb. 2; siehe auch Abb. 3). Die in frischem Zustand graubraunen Kristalle sind z.T. randlich umge-wandelt; sie werden dort von Kaolinit-führenden Paragenesen verdrängt.
Der Gesteinsname nimmt Bezug auf den indianischen Namen der Highwood Mountains (= Shonkin), Montana und wurde bereits 1895 von Weed & Pirsson in die geologische Literatur eingeführt.
magmatisch
41. Pillow-Basalt
Ort: Herbornseelbach, Lahn-Dill Gebiet
Mineralbestand: Vorherrschendes helles Mineral ist ein basischer Plagioklas (i. d. R. Labradorit – Bytownit), es können geringe Gehalte an Kalifeldspat, aber auch Quarz oder Foide auftreten. Dunkle Minerale sind überwiegend Pyroxen (Augit aber auch Orthopyroxen), Olivin (schließt das gemeinsame Auftreten mit Quarz aus), Biotit und Hornblende.
Im Streckeisen-Diagramm, das die hellen Gemengteile Quarz (Q), Alkalifeldspat (A), Plagioklas (P) und Foide (F) berücksichtigt, sind die Basalte zusammen mit Andesiten am Plagioklas-Pol darstellbar (siehe Abb. 1; rot hinterlegter Bereich). Die Unterscheidung von Basalt und Andesit erfolgt über die Farbzahl, dem Anteil an dunklen, mafischen Gemengteilen (Basalt > 40 Vol.%, Andesit < 40 Vol.%). Da der sog. modale Mineralbestand den quantitativen Anteil der jeweiligen Spezies in Vol.% berücksichtigt, ist seine Erfassung bei klein- bis grobkörnigen Magmatiten relativ einfach, bei feinkörnigen oder glasigen Vulkaniten natürlich unmöglich. Hier bedient man sich des normativen Mineralbestandes, der aus der chemischen Gesteinsanalye errechnet wird.
Die Pillowbasalte bilden sich bei subaquatischen Lavaergüssen; beim Eintritt der glutflüssigen Lava in Wasser entstehen schlauchartige Körper (Abb. 2a), wobei randlich eine sofortige Abschreckung mit Glasbildung einsetzt. Der Ausdruck Pillow = Kissen bezieht sich auf den im Aufschluß normalerweise zu sehenden zweidimensionalen Querschnitt (Abb. 2b,c) und ist leider etwas irreführend. Die Zwischenräume der Pillows bestehen aus Fragmenten der glasig erstarrten Kruste und werden als Hyaloklastit bezeichnet. Solche Glasfragmente bleiben jedoch nur selten über längere Zeit frisch; den Prozess der Umwandlung (Entglasung) nennt man Palagonitisierung. Im Querschnitt (wenige Dezimeter bis ca. 2 Meter) sind die Pillowbasalte rundlich bis elliptisch und passen sich den liegenden, zuvor abgelagerten und bereits erkalteten „Schläuchen“ an (Abb. 2); dies ermöglicht auch Millionen von Jahren nach der Ablagerung noch eine eindeutige Festlegung der Hangend-Liegend-Abfolge (geopedales Gefüge).
Innerhalb der Pillows nimmt die Kristallinität zum Zentrum hin zu; oft treten in konzentrischer Anordnung Gasblasen auf (Abb. 2b,c). Typisch sind außerdem – wie bei der Gesteinsstufe deutlich erkennbar – radiale Schrumpfungsrisse (siehe auch Abb. 2b), die oft mit „Sekundärmineralen“ wie Calcit, Quarz, Chalcedon oder Mineralen der Zeolithgruppe gefüllt sind. Abbildung 3a,b zeigt einen Aufschluß von Pillow-Basalt des Unterkarbons im Lahn-Dill Gebiet.
Erze
42. Roteisenerz
Ort: Grube Falkenstein, Lahn-Dill Gebiet
Hämatit-reiche, quarzitische Gesteine - im Lahn-Dill Gebiet typischerweise exhalativ-sedimentär gebildet - werden als Roteisenerze bezeichnet.
Mineralbestand: Hämatit, Quarz und Calcit. Neben Magnetit und Limonit ist Hämatit (Fe2O3) ein weitverbreitetes Mineral in Eisenerzen. Es bildet schwarze, hochglänzende, trigonale Kristalle (Abb. 1), hat eine kirschrote Strichfarbe und ist isotyp mit Korund. Typisch für die Vorkommen des Lahn-Dill Gebietes sind radialstrahlige Massen mit glatter Oberfläche, die auch als Glaskopf bezeichnet werden (Abb. 2)
Die Entstehung der Eisenerzlagerstätten im Lahn-Dill Gebiet ist nicht einem bestimmten Bildungsvorgang zuzuschreiben - es liegt ein Zusammenspiel sowohl vulkanogener als auch sedimentärer Prozesse vor. So wurden im Devon, während untermeerischer, vulkanischer Aktivitäten die Ozeanboden-vulkanite/-pyroklastite durch heiße Lösungen „ausgelaugt“ (vergleichbar den sog. „black smoker“-Lagerstätten in der Nähe mittelozeanischer Rücken).
Dabei verarmte der sog. Schalstein an Eisen, das am Meeresboden in Form von “Schlämmen” wieder abgelagert wurde. In der Lagerstättenkunde wird dieser Prozess als „exhalativ-sedimentär“ bezeichnet. Im Hangenden der Erzpartien wird nachfolgend sedimentiert - es bilden sich dort mächtige Abfolgen von Kalk- und Tonschiefern (Abb. 3). Die Erzhorizonte werden als Roteisenstein-Grenzlager bezeichnet, da sie sich stratigraphisch an der Grenze vom Mitteldevon zum Oberdevon befinden. Die genetischen Zusammenhänge zwischen dem liegenden Schalstein und den hangenden Sedimenten wurden bereits 1934 von Kegel in seiner Publikation über „Die geologischen Grundlagen des Roteisensteinbergbaus im Dillgebiet“ aufgezeigt. Weltweite Vorkommen von Roteisenerzen, die derselben Entstehungsgeschichte zuzuordnen sind, werden als Erze des „Lahn-Dill-Typus“ bezeichnet.
Urkundlich erstmals erwähnt werden die Roteisenerze des Lahn-Dill Gebietes im Jahr 780, als es zu Eisenlieferungen aus der Umgebung von Weilmünster an das Kloster Lorsch kam. Indizien des frühen Eisenabbaues liefern außerdem Grabungsfunde frühgeschichtlicher bis mittelalterlicher Verhüttungsplätze. In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfolgte eine allmähliche Reorganisation von vielen Kleinbetrieben zu größeren Unternehmen; das seit Ende der fünfziger Jahre einsetzende Grubensterben im Lahn-Dill Gebiet endete im Jahre 1983 mit der Schließung der Grube Fortuna bei Wetzlar.
Die Grube Falkenstein bei Oberscheld (Abb. 4) repräsentierte eine der modernsten Gruben des Lahn-Dill Gebietes. Sie wurde erst im Jahre 1957 eröffnet, als sich die Krise im deutschen Eisenerzbergbau bereits abzeichnete; zur Schließung kam es 1973.
magmatisch
47. Diabasmandelstein
Ort: Fischbachtal, Saar-Nahe-Gebiet
Der Diabasmandelstein ist ein sekundär umgewandelter, verfrühter Basalt, der durch ehemalige, "mandelförmige" Blasenhohlräume charakterisiert ist.
Mineralbestand: Hauptgemengteile sind i. d. R. Plagioklas (An50-70) und augitischer Pyroxen (z.T. auch Fe-Ti-haltige Erzminerale). Es kann Pigeonit und Orthopyroxen, z.T. auch Hornblende dazukommen. Sekundärminerale sind Carbonate, Zeolithe, Chlorit, Epidot und grüner Amphibol, der sich durch Umwandlung aus primär magmatischem Pyroxen gebildet hat (Uralitisierung). Im Bezug auf die Anteile der hellen Gemengteile ist der Diabasmandelstein am Plagioklas-Pol des Q-A-P-F Streckeisen-Doppeldreiecks darzustellen (Abb. 1).
Die Bezeichung Diabas führt leider immer wieder zu Mißverständnissen im Hinblick auf nomenklatorische Fragen. In Amerika und Skandinavien werden doleritische Ganggesteine der Gabbro/Basalt-Familie mit ophitischer Struktur (idiomorphe Plagioklasleisten in einer Augit-Grundmasse) als Diabas bezeichnet.
Demgegenüber versteht man in Mitteleuropa und England unter einem Diabas einen „vergrünten“, sprich sekundär umgewandelten, Basalt bis Dolerit (im deutschsprachigen Raum wird hier oft die Bezeichnung „Melaphyr“ verwendet). Als Mandelsteintextur bezeichnet man ehemalige Blasenhohlräume (Abb. 2, siehe auch Abb. 3), die später mit Mineralen wie Calcit, Zeolithe, Quarz, Chalcedon gefüllt wurden. Solche Hohlräume kommen dadurch zustande, daß während des Magmenaufstieges, d.h. während der Druckentlastung, im Magma gelöste Fluide entgasen und in dem sich verfestigenden Gestein „eingefroren“ werden können. Abb. 4 zeigt einen Gesteinsdünnschliff von Basalt, der mit Calcit gefüllte, ehemalige Blasenhohlräume enthält.
Dolerit/Diabasgänge können enorme Dimensionen erreichen (Whin-Sill in Nordengland mit 220 km Länge und einer Mächtigkeit im Meter bis wenige Zehner-Meter-Bereich; an der Südostküste Grönlands tritt ein etwa 520 km langer Gangschwarm auf).
Blasenhohlräume in Diabasen und Basalten können ebenfalls beträchtliche Volumina einnehmen. Bekannt sind die Meter-großen Amethystdrusen von brasilianischen Vorkommen oder aber auch die mit verschiedensten Mineralen der Zeolith-Familie gefüllten/teilgefüllten Hohlräume der indischen Flutbasalte bei Poona.