Forschendes Lernen und aktuelle Masterarbeiten
Studium

Forschendes Lernen und praxisbezogene Masterarbeiten

Im BMFTR geförderten Verbundprojekt iMOLCH (FKZ: 02WGW 1667 A-F) laufen derzeit in der AG Hydro- und Umweltgeologie vier Masterarbeiten, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: tragfähige, praxisnahe Monitoringstrategien für die Anforderungen der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung (TrinkwEGV) zu entwickeln.

Die TrinkwEGV schafft in den Einzugsgebieten von Trinkwassergewinnungsanlagen die Rechtsgrundlage für ein neu eingeführtes, umfassendes Risikomanagement. Wasserversorgungsunternehmen sind verpflichtet, die Einzugsgebiete ihrer Entnahmestellen systematisch zu bewerten und darauf aufbauend ein Untersuchungsprogramm für Grundwasser, Oberflächenwasser oder Rohwasser zu definieren – passgenau zugeschnitten auf die identifizierten Risiken. Die zuständigen Behörden haben bis zum 12. Mai 2027 Zeit, die vorgelegten Unterlagen zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung oder Beherrschung dieser Risiken festzulegen.

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Methodisch setzt das Projekt auf ein breites Spektrum von 120 Spurenstoffen unterschiedlicher Herkunft, die als Indikatoren herangezogen und mithilfe einer Clusteranalyse ausgewertet werden. Diese kombinierte Betrachtung schärft den Blick für die „Prägung“ des Wassers durch die jeweilige Landnutzung und erlaubt es, Muster und Einflussfaktoren präziser zu erkennen. Aus der Indikatorenliste wird für jedes Einzugsgebiet eine charakteristische Stoffpalette abgeleitet, die das Untersuchungsprogramm fundiert und nahtlos in eine belastbare Monitoringstrategie überführt. Ergänzend fließen grundwasserökologische Parameter (koordiniert von Isabell Erdmann, Universität Duisburg Essen) ein, um den chemischen Befund mit ökologischen Signaturen zu verknüpfen.

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Die Umsetzung in der Fläche erfolgt unter anderem beim Wasser- und Abwasserverband Osterholz: Eine Masterarbeit von Leon Borchart widmet sich zwei Teileinzugsgebieten, die Probenahmen sind abgeschlossen, die Datenauswertung läuft, und erste Ergebnisse werden am 27.08. auf einem öffentlichen Workshop zusammen mit den Studierenden in Düsseldorf vorgestellt (Anmeldung über pgoerz@gfi-dresden.de)

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Auch im Inntal werden Ansätze aus dem iMOLCH‑Verbund überprüft: Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Tirol und dem Amt für Wasserwirtschaft wurden in den Teileinzugsgebieten Fritzens und Völs Proben genommen. Die Masterarbeit von Marcel Klauss prüft dort die Korrelation von Nitrat mit agrarischen Spurenstoffen (Ziel: Reproduktion und Validierung einer linearen Abhängigkeit), differenziert landwirtschaftliche von urbanen Einflüssen mittels Clusteranalyse und setzt Self‑Organizing Maps (SOMs) zur Trennung von Einzugsgebieten sowie zur Identifikation von Ausreißern ein. Damit leistet die Arbeit zugleich einen Beitrag zur Unterstützung der TrinkwEGV‑Umsetzung in Österreich.

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Zusammen mit den Stadtwerken Petershagen wird das Vorgehen an einzugsgebietsgerechten Messstellen durch eine weitere Masterarbeit von Julian Brambring verifiziert. Damit die gewonnenen Erfahrungen nicht nur lokal wirken, sondern in die Fachcommunity hinein strahlen, wird das Querschnittsthema „Monitoringstrategien“ in den AK Trinkwassereinzugsgebiete bei der FH‑DGGV überführt: Die Masterarbeit von Frau Soltek bündelt Erkenntnisse und überträgt innovative Strategien in die Breite – ein wichtiger Schritt, um wissenschaftliche Evidenz zügig in Regelpraxis zu transformieren.