Exkursion nach Kreta: Geowissenschaften in einer aktiven Subduktionszone
Im Rahmen der 4. Runde der Lehrveranstaltung „Geology and Geohazards in an active subduction zone“ reisten Studierende des Instituts für Geowissenschaften nach Westkreta, um die geologischen Prozesse einer aktiven Subduktionszone direkt im Gelände zu untersuchen.
Zum Auftakt der Exkursion begleitete uns Spyros Bellas vom Institute of Geoenergy (FORTH/IG) und gab wertvolle Einblicke in die neogene Sedimentation in Westkreta. In den darauffolgenden Tagen beschäftigten sich die Studierenden intensiv mit metamorphen tektonischen Einheiten sowie aktiver Tektonik.
Im Gelände wurden unter anderem die exhumierte Phyllit-Quarzit-Einheit (PQ) sowie deren spröde und duktil geprägte Deformationsstrukturen untersucht. Weitere Stationen führten zu verschiedenen Aufschlüssen, an denen Bruchsysteme, Störungen, Hebungsprozesse und sogenannte „damage zones“ analysiert wurden.
Ein besonderes Highlight war der Besuch des „geological playground“ bei Livadia, wo unterschiedliche Frakturtypen und Strukturen in aragonitischem Marmor kartiert und vermessen wurden. Darüber hinaus untersuchten die Studierenden das Spili-Graben-System, Normalstörungen sowie kinematische Indikatoren. An einer der letzten Stationen konnten zudem gut ausgebildete Mg-Carpholith-Kristalle gefunden werden, die auf Hochdruck-/Niedrigtemperatur-Metamorphose innerhalb der PQ-Einheit hinweisen.
Trotz teils herausfordernder Wetterbedingungen bot die Exkursion eindrucksvolle Einblicke in die komplexe geologische Entwicklung Kretas.
Die Exkursion verband theoretisches Wissen mit praktischer Geländearbeit und ermöglichte den Studierenden wertvolle Erfahrungen, die sie nachhaltig in ihrem weiteren Studium und Berufsweg begleiten werden.