Hydrogeologie-Studierende untersuchen das Karstsystem in Paderborn
Im Rahmen einer hydrogeologischen Feldübung untersuchten zwölf Studierende das unterirdische Fließsystem im Stadtgebiet von Paderborn und im angrenzenden Karstsystem.
Die Arbeiten erfolgten in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Lippe. Ziel war es herauszufinden, ob eine neu freigelegte Karsthöhle hydraulisch mit den Paderquellen verbunden ist.
Dazu führten die Studierenden einen Tracerversuch durch. Ein fluoreszierender, jedoch mit bloßem Auge unsichtbarer Markierungsstoff wurde in das Karstsystem eingegeben. Anschließend wurden die Paderquellen regelmäßig beprobt. In einem Feldlabor vor Ort konnten die Proben direkt vorläufig analysiert und die Ankunft des Tracers festgestellt werden. Das Messprogramm wurde dabei flexibel an die Beobachtungen im Gelände angepasst und durch Abflussmessungen ergänzt.
Die genaue Analyse der Proben erfolgt nun im hydrogeochemischen Labor in Bochum. Auf Grundlage der Analysen können die Studierenden berechnen, wie lange das Wasser im Karstsystem unterwegs war und welche hydraulischen Eigenschaften das Karstgestein aufweist.
Die Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis der Grundwasserströmung im Paderborner Karst bei. Dies ist sowohl für die Abschätzung von Hochwasserrisiken als auch für die Bewertung möglicher Schadstofftransporte im Karstgrundwasserleiter von Bedeutung. Gleichzeitig bietet das Projekt den Studierenden einen praxisnahen Einblick in moderne hydrogeologische Untersuchungsmethoden.